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Auerhuhn (Tetrao urogallus)


Basisinformationen | Nachweisarten | Nachweise in Baden-Württemberg

Wichtiger Hinweis
Waldarbeiter, Jäger, Förster, Spaziergänger, Ornithologen - jeder kann zufällig ein Auerhuhn sehen, eine Feder, Staubbadestelle oder Fährte finden. Aber Vorsicht! Ein gezieltes Nachstellen oder nicht mit dem Jagdpächter abgesprochene Beobachtungsversuche sind verboten und schaden der Sache. Systematische Zählungen an Balzplätzen sollten nur von Experten durchgeführt werden. Dabei gilt, dass Störungen zu vermeiden sind!

Beobachtung (Direktbeobachtung, Foto, Film)
Der Auerhahn ist ein bis zu 86 cm großer Vogel, der über 5 kg schwer werden kann. Er ist schwarz-grau-grün gefärbt mit braunen Flügeln; Kopf mit scharlachroter Haut über dem Auge und grünlich-schwärzlichem „Bart“. Er poltert geräuschvoll aus der Deckung und ist aufgrund seiner Größe mit keinem anderen Vogel verwechselbar.

Die Auerhenne ist mit 2,0 bis 2,5 kg deutlich leichter und entsprechend kleiner als der Hahn und in unauffälligen Braun- und Weißtönen gefärbt. Rostfarbener Fleck an der Brust, der von der hellen Unterseite absticht.

Losung
Die Losung ist mit einem Durchmesser von 9 mm (Henne) bis 12 mm (Hahn) und einer Länge von 4 cm (Henne) bis 5 cm (Hahn) gut von Losung anderer Vögel zu unterscheiden. Die Losungswalzen der Winterlosung halten sich sehr lange, da das Auerhuhn sich im Winter von zähen Nadeln ernährt. Sie kann besonders an erhöhten Stellen wie Baumstümpfen gefunden werden. Einen besonders eindrücklichen Hinweis auf die Anwesenheit von Auerhühnern geben Schlafbäume. Man erkennt sie an den darunter liegenden Losungshaufen, die auf einer tragenden Schneedecke gut zu sehen sind.

Federn
Federn von Auerhühnern findet man besonders zur Zeit der Mauser (Juni bis August), vor allem an Huderstellen. Sie sind je nach Geschlecht und Körperstelle des Auerhuhns unterschiedlich gefärbt und geformt. Das Kleingefieder hat zur Isolation typische, dunige Nebenfedern.

Huderstellen
Das Auerhuhn nimmt zur Gefiederpflege Staubbäder, es hudert. Speziell gescharrte Huderstellen findet man in Sand, Humus oder Nadelstreu. Bevorzugt werden trockene, sonnige Stellen an Wurzeltellern, Baumstümpfen oder Wegeböschungen. Huderstellen besitzen einen Durchmesser von 25 - 30 cm und sind oft durch dabei liegende Federn gekennzeichnet.

Trittsiegel
Besonders im Schnee oder an feuchten Stellen findet man Trittsiegel des Auerwildes, die sich anhand der Länge (Henne -9 cm; Hahn-12 cm) deutlich von Trittsiegeln anderer Vögel unterscheiden lassen. Die Fährte verläuft in einer Linie. Die Schrittlänge beträgt 10 bzw. 11 cm.

Balzgesang
Der Balzgesang (April/Mai) beginnt mit einem hölzernen „Knappen“, das langsam beginnend immer schneller wird („Triller“) und in einem ploppenden Geräusch (vgl. Öffnen einer Weinflasche) endet, worauf eine Art lang gezogenes „Wetzen“ (vgl. Schleifen einer Sense) folgt.

Flügelschlag
Auerhühner erzeugen durch sehr schnellen Flügelschlag und große Schwingen ein laut polterndes Fluggeräusch, das entfernt an das Geräusch eines Hubschraubers erinnert. Dieses ist zu hören beim plötzlichen Abfliegen aufgrund von Störungen, beim morgendlichen Ab- und abendlichen Aufbaumen. (Aufbaumen = auf einen Schlafbaum fliegen, Abbaumen = vom Schlafbaum fliegen). Besonders laut und sogar Frequenzen im Infraschallbereich erzeugend sind die Flattersprünge während der Balz.


Wie sicher ein Nachweis die Anwesenheit eines Tieres tatsächlich belegt, ist zum einen von der Art des Nachweises (direkter, indirekter Nachweis) abhängig, zum anderen spielen auch die artspezifischen Kenntnisse des Melders/ der Melderin eine entscheidende Rolle. Bei der qualitativen Beurteilung eines jeden Nachweises muss dies berücksichtigt werden.

Zum Beurteilungsschema Auerhuhn [65 KB]

Flugbildvergleich

Auerhahn

Fasan (w)

Trittsiegel

Losung

Federn

Brustfedern

Stoßfedern