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Luchs (Lynx lynx)


Basisinformationen | Nachweisarten | Nachweise in Baden-Württemberg

Verbreitung und Lebensraum
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Eurasischen Luchses umfasst – abgesehen von reinen Wüsten- und Steppengebieten – ganz Europa und Asien nördlich des Himalajas. In Europa besiedelte er alle Klimazonen von Meereshöhe bis zur klimatischen Waldgrenze im Gebirge. Der Eurasische Luchs ist daher die Katze mit dem größten potenziellen Verbreitungsgebiet.

Verbreitung des Luchses in Europa im Jahr 2014


Luchse gelten als relativ anspruchslose Tierart. Sie sind kein Zeiger für ökologisch besonders wertvolle Lebensräume. Neben einem ausreichenden Nahrungsangebot brauchen sie Rückzugsräume wie ruhige Wälder oder Felsformationen. Luchse meiden weiträumig offene Gebiete, nutzen jedoch gelegentlich auch Deckung gebende landwirtschaftliche Kulturen. In Mitteleuropa beanspruchen Luchse Wohngebiete von 50 – 300 km², wobei die Wohngebiete der Männchen meist deutlich größer sind als die der Weibchen. Die Größen hängen vor allem vom Gelände, dem Wohngebiet benachbarter Artgenossen und dem Nahrungsangebot ab.

Bestandsentwicklung
Vor rund 200 Jahren wurde der Luchs in nahezu ganz Mitteleuropa ausgerottet. Durch aktive Wiederansiedlungen gibt es heute wieder kleine Vorkommen unter anderem im Schweiz-Französischen Jura, den Schweizer Alpen und den Vogesen. Aktuell gibt es keine Luchspopulation in Baden-Württemberg. Durch vereinzelte Zuwanderungen aus benachbarten Vorkommen oder auch durch entlaufene Gehegetiere kommt es gelegentlich zu sicheren Luchsnachweisen in Baden-Württemberg. So geschehen in den Jahren 1998, 2000, 2005, 2006, 2007, 2013 und 2014. Dabei handelte es sich stets um Einzeltiere, die in aller Regel nur für kurze Zeit in einer Region nachgewiesen werden konnten.

Ernährung
Der Luchs ist als Überraschungs- und Einzeljäger auf den Fang von mittelgroßen bis großen Huftieren spezialisiert. In Mitteleuropa ernährt er sich je nach Verfügbarkeit überwiegend von Rehen, Gemsen und Rothirschen. Daneben nutzt er auch andere in seinem Lebensraum vorkommende Tierarten, z.B. Füchse, Dachse, Marder, Feldhasen und Vögel.

Gefährdungs- und Schutzstatus

  • Rote Liste Deutschland (2009): Kategorie 2, d.h. stark gefährdet
  • Rote Liste Baden-Württemberg (2001): Kategorie 0, d.h. ausgestorben oder verschollen
  • Berner Konvention: Anhang III, d.h. geschützte Art
  • FFH-Richtlinie (92/43/EWG): Anhang II und IV, d.h. streng geschützte Art von gemeinschaftlichem Interesse
  • Europäische Artenschutzverordnung (EG) Nr. 338/97 – Anhang A
  • Bundesjagdgesetz, Art mit ganzjährige Schonzeit
  • Bundesnaturschutzgesetz, streng geschützte Art
  • Gesetz zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft Baden-Württemberg (Landesnaturschutzgesetz)
  • Zielartenkonzept des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg

Weitere Informationen unter www.ag-luchs.de.