Projekt Wildtiermonitoring Auerhuhn Dreizehenspecht Wolf Haselhuhn Luchs Rauhfusskauz Sperlingskauz Wildkatze

Luchs (Lynx lynx)


Basisinformationen | Nachweisarten | Nachweise in Baden-Württemberg

Beobachtung (Direktbeobachtung, Foto, Film)
Das Sommerfell des Luchses ist rötlich braun und häufig mit dunklen Flecken gezeichnet, wohingegen das Winterfell eher grau getönt, dichter und die Fleckung weniger kontrastreich ist. Auffällige Ohrpinsel (ca. 4 cm lang), ein ausgeprägter Backenbart und der kurze Schwanz (20-25 cm) mit schwarzer Spitze stechen ins Auge. Markant sind auch die langen Hinterbeine, welche um ca. 20% länger sind als die Vorderbeine. Das Gewicht der ausgewachsenen Tiere beträgt ca. 17 - 25 kg, die Schulterhöhe etwa 50-60 cm. Luchse erreichen damit nahezu die Größe eines Schäferhundes, wirken jedoch deutlich hochbeiniger und filigraner als diese.

Eine Beobachtung kann nur dann als Nachweis gelten, wenn sie durch ein Foto oder durch einen Film dokumentiert ist. Ansonsten gilt die Sichtung nur als Hinweis.

Riss
Vom Luchs getötete Beutetiere (Risse) sind mit geschultem Blick gut zu erkennen. Luchse töten größere Beutetiere immer mit einem gezielten Drosselbiss, der typische Spuren hinterlässt. Scharfe Kralleneingriffe am Körper durchschneiden die Haut des Beutetieres häufig bis ins Fleisch. Luchse bevorzugen das Muskelfleisch und beginnen normalerweise mit dem Fressen des Beutetiers an einer Hinterkeule, gelegentlich auch an der Schulter. Wenn der Luchs nicht massiv gestört wird, kehrt er mehrere Tage an den Riss zurück, so dass nur noch Läufe, Skelett, Kopf, Haut (oft eingestülpt) und Verdauungstrakt (Magen, Darm) übrig bleiben. Viele Luchse decken den Riss nach jeder Mahlzeit mit Schnee, Laub oder Gras zu, um ihn vor Aasfressern zu schützen. Dieses Verhalten zeigen allerdings auch andere Raubtiere.

Ein Riss kann nur dann als Nachweis gelten, wenn er durch einen Experten / eine Expertin überprüft wurde. Ansonsten gilt der Riss nur als Hinweis.

In der Broschöre "Wer war es" (Kaczensky et al. 2008) finden Sie detaillierte Informationen zur Risserkennung.
Download der Broschüre als pdf-Datei, 4,8 MB

Fährte und Trittsiegel
Die Pfoten des Luchses hinterlassen Abdrücke, die von der Form denen der Hauskatze gleicht (s. Abbildung). Wie die Hauskatze zieht er beim Laufen seine Krallen fast immer ein; nur im steilen oder rutschigen Gelände sind manchmal feine, scharfe Krallenmarken sichtbar. Die Breite und Länge des rundlichen Pfotenabdruckes messen ca. 7 bis 9 cm. Für einen sicheren Nachweis bedarf es mehrerer Trittsiegel guter Qualität oder ein Fährte mit einem katzentypischen Verhalten. So balanciert der Luchs zum Beispiel wie kein anderes heimisches Tier dieser Größe gerne auf liegenden Baumstämmen. Spuren eignen sich dazu, weitere Hinweise wie Kot oder Markierstellen zu finden.

Eine Fährte kann nur dann als Nachweis gelten, wenn sie durch einen Experten / eine Expertin überprüft wurde. Ansonsten gilt die Fährte nur als Hinweis.

Kot
Der Kot des Luchses sieht je nach bevorzugter Nahrung recht unterschiedlich aus. In der Regel liegen 3-6 Kotballen beieinander (ca. 2,5 cm dick und 3-12 cm lang), die meist unter auffälligen Laub- oder Grashäufchen verscharrt sind. Im Kot finden sich Haare und auch Knochensplitter der Beutetiere. Der Kot riecht häufig aufdringlich nach Raubtierhaus.

Kot kann nur dann als Nachweis gelten, wenn er durch einen Experten / eine Expertin überprüft wurde. Ansonsten gilt ein Kotfund nur als Hinweis.

Haare
Das vom Luchs stammende Haar kann eine wichtige Ergänzung zu anderen Luchs-Hinweisen an einer Fundstätte sein. Eine sichere Zuordnung ist aber nur durch eine Laboruntersuchung möglich.

Ruf
Der Ruf des Luchses während der Paarungszeit (Ranz) im Februar / März ist ein hohes kreischendes Geheul, das in einem Murren endet. Da andere Tiere wie Füchse sehr variable Laute von sich geben, ist die Verwechslungsgefahr selbst unter Experten zu hoch, als dass ein Ruf als eindeutiger Luchsnachweis gewertet werden kann.

Wie sicher ein Hinweis die Anwesenheit eines Tieres tatsächlich belegt, ist zum einen von der Art des Hinweises abhängig, zum anderen spielen auch die artspezifischen Kenntnisse des Melders/ der Melderin eine entscheidende Rolle. Bei der qualitativen Beurteilung eines jeden Nachweises muss dies berücksichtigt werden.

Zum Beurteilungsschema Luchs [168 KB]




Grössenvergleiche

Luchs

Fuchs

Schäferhund

Trittsiegelvergleiche

Luchs

Fuchs

Schäferhund