Projekt Wildtiermonitoring Auerhuhn Dreizehenspecht Wolf Haselhuhn Luchs Rauhfusskauz Sperlingskauz Wildkatze
Wildtiermonitoring an der FVA

Monitoring | Nachweissicherheit

Nachweissicherheit

Beurteilung der Meldungen - Nachweissicherheit
Das Monitoring seltener Wildarten im Schwarzwald der FVA basiert auf einer Vielzahl sehr unterschiedlicher Nachweise. Wie sicher ein Nachweis die Anwesenheit eines Tieres tatsächlich belegt, ist zum einen von der Art des Nachweises (direkter, indirekter Nachweis) abhängig, zum anderen spielen auch die artspezifischen Kenntnisse des Melders/ der Melderin eine entscheidende Rolle. Bei der qualitativen Beurteilung eines jeden Nachweises muss dies berücksichtigt werden.

Um diese Beurteilung objektiv und nachvollziehbar zu gestalten, wurde für jede Tierart ein Beurteilungsschema entworfen. Über dies wird jeder eingehenden Meldung eine Qualitätsstufe zugewiesen. Die Beurteilungsschemata bilden somit die Grundlage für die Datenbank und die Dateninterpretation.

Allgemeine Erläuterungen zu den Beurteilungsschemata
(artspezifische Erläuterungen finden sich an entsprechenden Stellen)

1. Art der Meldung
Meldungen werden folgendermaßen unterschieden:

Kategorie A)
Meldungen, die gegebenenfalls direkt kontrollierbar sind

  • Totfund
  • Foto- /Videoaufnahme
  • Riss
  • Haar, Kot, Federn
  • Bruthöhle
  • Spur

Kategorie B)
Meldungen, die nicht direkt kontrollierbar sind

  • Sichtung oder Beobachtung
  • Ruf


2. Qualitätsstufen

Sicher
Diese Qualitätsstufe kann nur durch eine Meldung der Kategorie A) erreicht werden, d.h. Totfunde, Fotobelege, Videos, Fänge, Federn, Losung etc. Eine Meldung ist nur dann sicher, wenn keinerlei Zweifel vorhanden sind. Die Meldung ist 100%ig richtig (100:0).

In Anlehnung an internationale Standards werden Sichtbeobachtungen und Lautäußerungen in keinem Fall dieser Qualitätsstufe zugeordnet - eine Verwechslung ist nie ganz auszuschließen und es kann keine direkte Kontrolle oder Bestätigung erfolgen.

Wahrscheinlich
Bei dieser Stufe bleibt immer ein Restzweifel übrig, die Nachweissicherheit liegt bei 80%. Dies ist die höchste Qualitätsstufe, die einer Meldung der Kategorie B) zugewiesen werden kann.

Möglich
Bei dieser Stufe ist alles offen: es sprechen keine Indizien für oder gegen die Richtigkeit der Meldung. Die Wahrscheinlichkeit, dass durch die Meldung ein tatsächlicher Nachweis erbracht wird, liegt bei 50%.

Unsicher
Mit großer Wahrscheinlichkeit (80%) ist die eingegangene Meldung falsch.

Falsch
Die Meldung wurde überprüft und/oder ist zu 100% falsch.


3. Beobachter
Als Beobachter wird die Person bezeichnet, welche die Beobachtung, das Foto/Video, den Fund gemacht oder das Tier gehört hat.

Bei den Beobachtern sind folgende Personen zu unterscheiden:

  • ausgebildete Personen
    Dies sind Personen, die augrund ihrer beruflichen oder fachlichen Ausbildung einen Nachweis beurteilen können. Bei Tiernachweisen, die aufgrund von Verwechslungsgefahr nicht eindeutig sind (z.B. Luchs-Beobachtungen, Haselhuhn-Beobachtungen), gelten nur anerkannte Experten als ausgebildete Person.
  • nicht ausgebildete Person:
    In diese Kategorie kommen alle Personen, die nicht zu den ausgebildeten Personen zählen.

4. Kontrolle durch anerkannten Experten
Bei Meldungen der Kategorie A) ist eine tatsächliche Überprüfung (des Fundes, Fotos etc.) in der Regel möglich. Eine Ausnahme kann eine Spur sein, wenn sie bei Eintreffen des Experten nicht mehr zu sehen ist. In diesem Fall erfolgt eine Beurteilung analog zu der Meldung einer Sichtbeobachtung durch eine nicht ausgebildete Person. Unter Umständen (Haare, Kot etc.) kann die Kontrolle auch ein Labortest sein (mikroskopische Untersuchung, Gentest). Bei Foto-/ Videoaufnahmen wird überprüft, ob die Landschaft auf der Aufnahme zweifelsfrei zu erkennen und räumlich zuzuordnen ist.

Bei Meldungen der Kategorie B) ist eine Überprüfung der Meldung nicht mehr möglich. Deshalb kann nur eine Einschätzung der Plausibilität erfolgen, indem ein Experte den Beobachter interviewt. Die Einschätzung der Plausibilität liegt im Ermessen des Experten und wird schriftlich dokumentiert.

Werden bei der Kontrolle einer Meldung neue Hinweise gefunden, dann werden diese als eigene Meldung aufgenommen.

5. Beurteilung
Der Beurteilung geht, wenn möglich, die Kontrolle durch einen Experten oder ein Labor voraus. Bei Meldungen der Kategorie B) wird eine Einschätzung der Plausibilität durch den Experten vorgenommen. Vorgaben hierzu sind für die einzelnen Tierarten vorhanden.


nach oben


Beurteilungsschemata (als pdf-Datei zum downloaden)



nach oben