Projekt Wildtiermonitoring Auerhuhn Dreizehenspecht Wolf Haselhuhn Luchs Rauhfusskauz Sperlingskauz Wildkatze

Raufußkauz (Aegolius funereus)


Basisinformationen | Nachweisarten

Verbreitung und Lebensraum
Das Vorkommen des Raufußkauzes als Bewohner der borealen Nadelwälder ist in Baden-Württemberg auf den Schwarzwald, die Schwäbische Alb und den Odenwald beschränkt. Er ist an strukturreiche, wenig zersplitterte Altbestände mit ausreichendem Höhlenangebot gebunden. Wichtige Habitatstrukturen für den Nahrungserwerb sind Schneisen, kleine Lichtungen, Waldränder und Dickungen. Für seine Brut ist er auf Höhlen des Schwarzspechtes angewiesen, nimmt aber auch Nistkästen an. Die Populationen der europäischen Gebirge und Mittelgebirge sind vernetzt.

Bestandsentwicklung
Der Raufußkauz unterliegt starken Bestandsschwankungen, die vom Nahrungsangebot abhängig sind. Neben dem Hauptverbreitungsgebiet im Schwarzwald brütet die Art auch auf der Schwäbischen Alb, im Odenwald und auf dem Stromberg.

Nahrung
Er ernährt sich von Kleinsäugern, in sehr geringem Maße auch von Vögeln bis Drosselgröße. Er reagiert auf Gradationen (Massenvermehrungen) von Kleinsäugern empfindlicher als der ökologische vergleichbare Sperlingskauz.

Schutzstatus

  • Rote Liste Deutschland (2009): ungefährdet
  • Rote Liste Baden-Württemberg (2004): Kategorie V, d.h. auf der Vorwarnliste
  • Berner Konvention: streng geschützte Art
  • EG-Vogelschutzrichtlinie (79/409/EWG): Anhang I (mit 1. Änderung: Richtlinie 79/49/EG)
  • Europäische Artenschutzverordnung (EG) Nr. 338/79 – Anhang A
  • Bundesnaturschutzgesetz: streng geschützte Art
  • Zielartenkonzept des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg (Naturraumart)

Jahreszeitliches Auftreten
Der Raufußkauz ist ein Jahresvogel, der in nahrungsarmen und schneereichen Jahren auch außerhalb seines Brutreviers anzutreffen ist.

Sozialverhalten
Vom Raufußkauz sind Zweitbruten bekannt. Auch wurde nachgewiesen, dass einzelne Männchen mit zwei Weibchen gleichzeitig zwei Bruten aufziehen.