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Wildkatze (Felis silvestris)


Basisinformationen | Nachweisarten | Nachweise in Baden-Württemberg

Verbreitung und Lebensraum
Die Wildkatze lebt in großen, zusammenhängenden Wald- und abwechslungsreichen Wald-Feld-Gebieten. Sie jagt dort, wo ihre Hauptbeute, die Wühlmäuse, am zahlreichsten sind (Waldränder und Säume, (Wald-) Wiesen, totholzreiche alte Wälder). Zudem sonnt sie sich gerne an Felsen, aber auch auf Baumstümpfen. Unterschlupf findet sie unter Felsen, Wurzeltellern, Baumhöhlen, in Dachs- und Fuchsbauten sowie Reisighaufen. Gemieden wird die waldarme Kulturlandschaft. Reviere sind zwischen 100 und 3000 ha groß. Die Reviergröße bei der weiblichen Wildkatze ist deutlich kleiner als bei dem männlichen Kuder.

Bestandsentwicklung
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte die Wildkatze ein flächendeckendes Vorkommen in Baden-Württemberg. Aufgrund massiver Bejagung waren sie um die Jahrhundertwende bereits ausgerottet.
Wissenschaftler der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) untersuchten im Zeitraum Januar 2006 bis Februar 2007 mehrere überfahrene Katzen, deren Erscheinungsbild denen von Wildkatzen (Felis s. silvestris) entsprachen. Bei zwei Tieren aus der Region Kaiserstuhl bestätigten sowohl die morphometrischen als auch die genetischen Untersuchungen den Verdacht auf Wildkatze. Damit sind seit 1912 Wildkatzen erstmals wieder sicher in Baden-Württemberg nachgewiesen worden. Seither konnten durch das Monitoring in verschiedenen Teilen Baden-Württembergs Wildkatzen nachgewiesen werden. Aktuell ist davon auszugehen, dass die gesamte Oberrheinebene besiedelt ist. Vereinzelt wurde sie auch nachgewiesen am Stromberg, im mittleren Schwarzwald sowie auf der Ostalb.

Ernährung
Die Wildkatze ist ein reiner Fleischfresser, der sich überwiegend von (Wühl-) Mäusen, Kaninchen - selten größeren Beutetieren - ernährt. Daneben stehen Vögel, Fische und Reptilien auf der Speisekarte. Im Winter frisst die Wildkatze auch Aas.

Schutzstatus

  • Rote Liste Deutschland (2009): Kategorie 3, d.h. gefährdet
  • Rote Liste Baden-Württemberg (2001): Kategorie 0, d.h. ausgestorben oder verschollen
  • Berner Konvention: Anhang II, d.h. streng geschützte Art
  • FFH-Richtlinie (92/43/EWG): Anhang IV, d.h. streng geschützte Art von gemeinschaftlichem Interesse
  • Europäische Artenschutzverordnung (EG) Nr. 338/97 – Anhang A
  • Bundesjagdgesetz, Art mit ganzjährige Schonzeit
  • Bundesnaturschutzgesetz, streng geschützte Art
  • Gesetz zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft Baden-Württemberg (Landesnaturschutzgesetz)

Sozialverhalten
Von Januar bis März ist die Paarungszeit der Wildkatzen, die Ranzzeit. In dieser Zeit sind sowohl Weibchen als auch Männchen viel unterwegs um sich zu treffen und zu paaren. Circa zwei Monate später kommen zwei bis fünf Jungkatzen zur Welt. Die Jungkatzen haben eine sehr hohe Sterberate aufgrunddessen meist nur ein bis zwei Jungkatzen erwachsen werden.

Bei den Wildkatzen kümmert sich ausschließlich das Weibchen um die Jungen. Sie versteckt ihre Jungen gerne in Baumhöhlen, unter Wurzeltellern, in Holzpoltern und in Dachs- und Fuchsbauten.

Die Wildkatze ist hauptsächlich dämmerungsaktiv, sonnt sich gerne auf Ästen und anderen erhöhten Stellen. Sie verhält sich sehr scheu und meidet bewohnte Gebiete.

Informationsbroschüre Wildkatze als pdf zum Download


Wildkatze