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Wildkatze (Felis silvestris)


Basisinformationen | Nachweisarten | Nachweise in Baden-Württemberg

Nachweisarten
Selbst Experten ist es nicht möglich Wildkatzen von Hauskatzen nur anhand ihres Erscheinungsbildes 100 % sicher zu unterscheiden. Es gibt bisher nur zwei Möglichkeiten Wildkatzen sicher als solche zu bestimmen: einen positiven genetischen Wildkatzennachweis im Labor oder einen Nachweis auf Grundlage einer anatomischen Untersuchung. Selbst genetische Analysen führen jedoch nicht immer zum Erfolg. Ob eine genetische Analyse erfolgreich durchgeführt werden kann, ist stark von der Qualität des Probenmaterials abhängig.


Anhand folgender Nachweisarten ist es möglich eine genetische Untersuchung durchzuführen

Haarfunde
Katzenhaare sind hin und wieder an Eingängen von Wurfhöhlen und Hochsitzen (die zuweilen als  Tageslager dienen) zu finden. Gut erhaltene Haarwurzeln können im Labor genetisch analysiert werden.


Systematisches Lockstock-Monitoring
Auf angerauten Holzlatten wird Baldrianessenz aufgetragen und im Wald platziert. Der Baldriangeruch lockt Katzen an, die sich an dem aufgerauten Holz reiben und so Haare hinterlassen. Für diese Methode bedarf es eines wissenschaftlichen Vorgehens, sowie der Absprache mit Grundeigentümern und Jagd-Pächtern, sie sollte daher nicht von Laien auf eigene Faust durchgeführt werden.


Fang von Katzen
Beim Fang einer Katze sind die Entnahme von Blut (im Falle einer Narkose) und die Entnahme von Haaren möglich.

Fund toter Katzen
Leider fallen dem Verkehr immer wieder Wildkatzen zum Opfer. Daher werden vor allem an Straßen Katzenkadaver gefunden. Von Kadavern entnommenes Muskelfleisch ermöglicht eine genetische Analyse. Die Entnahme von Proben, oder das Einsammeln eines Katzenkadavers, muss zuvor zwingend mit dem Wildtierbeauftragten abgestimmt werden.

Anatomische (morphometrische) Untersuchung eines Katzenkadavers
Anhand von anatomischen Körpermerkmalen eines Katzenkadavers ist es möglich sein, Wildkatzen eindeutig als solche zu bestimmen. Die Werte müssen dafür eindeutig sein. Werte im Graubereich erfordern eine genetische Analyse.

Folgende Nachweisarten können Hinweise auf ein Vorkommen von Wildkatzen liefern, jedoch nicht als sicherer Nachweis gewertet werden:

Fotos und Videos
Fotos ermöglichen es eine Expertenmeinung bezüglich der optischen Ansprache von Wild- und Hauskatze einzuholen.  Entscheidend für die Beurteilung einer möglichen Wildkatze sind:

  • ein buschiger Schwanz mit stumpfem, schwarzgeringeltem Ende
  • eine verwaschene Fellzeichnung ohne kontrastreiche Tigerung
  • Aalstrich entlang des Rückens der an der Schwanzwurzel endet
  • ein halber schwarzer Fersenfleck an den Hinterläufen.

Häufig sind die Katzen jedoch nicht vollständig und in guter Auflösung auf Fotos zu erkennen, was eine Beurteilung zusätzlich erschwert.

Sichtungen
Eine Sichtung kann lediglich anhand einer Befragung des Melders, auf Grundlage der oben genannten Kriterien, von einem Experten als „möglich“ oder „unwahrscheinlich“ eingeschätzt werden. Eine Häufung von plausiblen Sichtungen in einem Gebiet kann gegebenenfalls auf ein Wildkatzenvorkommen hinweisen.

Vergleich der Fellmusterung von Wildkatze (links) und Hauskatze (rechts).

Beispiel eines Fotofallenbildes einer Katze mit typischen Wildkatzenmerkmalen.


Größenvergleiche

Wildkatze

Hauskatze