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Wolf (Canis lupus)


Basisinformationen | Nachweisarten | Nachweise in Baden-Württemberg

Verbreitung und Lebensraum
Der ursprünglich in ganz Europa beheimatet Europäische Grauwolf war vor 200 Jahren in Mitteleuropa fast gänzlich ausgerottet. Durch Unterschutzstellung und aufgrund der großen Mobilität der Tiere kehren Wölfe zunehmend in ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet zurück. Große europäische Wolfsvorkommen leben in den Karpaten, Südosteuropa und in Spanien. Aber auch in den Alpen und in Nord- und Ostdeutschland sind die Tiere durch natürliche Ausbreitung wieder heimisch.

Verbreitung des Wolfes in Europa im Jahr 2014Wolfsverbreitung in Europa (nach Salvatori & Linell 2005, ergänzt durch FVA 2013; Gebiete, aus denen keine aktuellen Angaben vorlagen, wurden schraffiert)

Der Wolf ist in der Lage, ein großes Spektrum an Lebensräumen zu besiedeln. Wölfe benötigen als Generalisten lediglich ausreichend Nahrung auf großer Fläche und punktuelle Rückzugsräume für die Jungenaufzucht. Sie sind kein Zeiger für ökologisch besonders wertvolle Lebensräume. In Mitteleuropa beansprucht ein Wolfsrudel (4-10 Tiere) ein Wohngebiet von ca. 250km².

Bestandsentwicklung
In ganz Europa leben heute schätzungsweise 20.000 Wölfe in zehn Populationen. Für die Rückkehr der Wölfe nach Baden-Württemberg sind zwei Populationen von Bedeutung: die mitteleuropäische Flachlandpopulation mit ihrem Kerngebiet in der Lausitz und die Alpenpopulation mit dem Kerngebiet in den Italienisch-Französischen Seealpen. Diese beiden Vorkommen im zentralen Mitteleuropa umfassten im Jahr 2013 insgesamt über 60 Rudel. Von dort ist jederzeit die Zuwanderung von einzelnen Tieren möglich.

Ernährung
Europäische Wölfe sind auf mittelgroße und große Huftiere spezialisiert, jedoch in ihrer Nahrungswahl sehr anpassungsfähig. Die Zusammensetzung kann je nach Beutetierangebot in von Region zu Region sehr unterschiedlich sein. In Mitteleuropa ernähren sie sich vor allem von Rehen, Rothirschen und Wildschweinen. Wo verfügbar auch von Damhirschen und Mufflons. Deutlich geringer fällt der Anteil der mittelgroßen und kleinen Säuger wie Füchse, Marder, Hasen oder Mäuse an der Ernährung aus.

Gefährdung und Schutz

  • Rote Liste Deutschland (2009): Kategorie 1, d.h. vom Aussterben bedroht
  • Rote Liste Baden-Württemberg (2001): Kategorie 0, d.h. ausgestorben oder verschollen
  • Berner Konvention: Anhang II, d.h. streng geschützte Art
  • FFH-Richtlinie (92/43/EWG): Anhang II, Prioritäre Art, und Anhang IV, d.h. streng geschützte Art von gemeinschaftlichem Interesse
  • Europäische Artenschutzverordnung (EG) Nr. 338/97 – Anhang A
  • Bundesnaturschutzgesetz, streng geschützte Art
  • Gesetz zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft Baden-Württemberg (Landesnaturschutzgesetz)


Europäischer Grauwolf - Copyright E. Marek